Diskussion um eine teure Versicherung

Verein der Geschädigten hat im Vorfeld der Wahl eingeladen lothar.steigleder@kabelmail.de"/>

FÜRTH — Die Direktversicherung galt bis in die neunziger Jahre als gute Altersvorsorge. Doch wer sie jetzt ausbezahlt bekommt, muss nun Steuern und Sozialabgaben bezahlen. Deshalb gründete sich der Verein der Direktversicherungsgeschädigten (DVG), der nun zu einer Podiumsdiskussion einlädt.

Vertreter von CSU, SPD, Grünen, FW, FDP, Linken und AfD sind eingeladen, zum Thema Stellung zu beziehen. Der Verein DVG umschreibt es kompliziert: „Doppelte und dreifache Verbeitragung von Direktversicherungsauszahlungen durch die Krankenkassen“ nennt er seine Veranstaltung.

20 Prozent Verlust

2004 haben SPD, Grüne, CDU/CSU mit dem Gesundheitsmodernisierungsgesetz die Regeln für diese Art der Versicherung geändert. Sie beschlossen, dass Direktversicherungen – aus dem Netto der Versicherungsnehmer pauschal versteuert und ohne jegliche Beteiligung der Arbeitgeber finanziert – gesetzlich als betriebliche Altersvorsorge deklariert werden. Damit ist den Krankenkassen der Zugriff auf die ausbezahlten Beträge möglich. Und dies, obwohl der Staat seit den siebziger Jahren Bürger dazu aufforderte, so ihr Geld anzulegen.

Über Nacht verloren die Versicherungsnehmer damit fast 20 Prozent ihres privat finanzierten Auszahlungsbetrages der Direktversicherung.

Das Gesetz wurde rückwirkend beschlossen. Also waren auch Versicherungsverträge, die vor 2002 unterzeichnet wurden, damit ohne Bestandsschutz, Vertrauensschutz oder Rückwirkungsverbot. 6,5 Millionen Versicherte in Deutschland sind davon betroffen. Nach Aussagen des Vereins fühlen die Betroffenen sich „betrogen und sind wütend, dass die Politik seit mehr als 14 Jahren nichts unternimmt, um diesen Zustand zu ändern“.

fn

Die Podiumsdiskussion findet in der Gaststätte „Auf der Tulpe“ in Burgfarrnbach (Tulpenweg 80) am Mittwoch, 5. September, ab 19.30 Uhr statt. Ansprechpartner zum Thema ist Lothar Steigleder vom DVG unter der Mailadresse lothar.steigleder@kabelmail.de